Category Archives: Wandern

Baden in der Klamm bei Kreuth

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Kreuth/ Klamm an der selbigen Haltestelle

Der Parkplatz oder Bushaltestelle Kreuth/Klamm ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Von den Wegweisern und Richtungsanzeigern vor Ort kann man sich in alle Richtungen leiten lassen (GPS-Tag). Insider nutzen hier gerne die Gelegenheit für eine Erfrischung in und an der Weissach.
Der Weg heute führt zur Königsalm, wobei man unterwegs unterschiedlichen Gestalten begegnet.

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Landschaftsgenießer

An der Königsalm angekommen kann man sich nach einer Stärkung oder Erfrischung auf dem Wegweiser vor Ort anschauen, wie weit das nächste Ziel dieser Bergwanderung entfernt ist.

Wer wieder hinunter ins Tal gehen möchte, kann den Parkplatz bzw. die Haltestelle Siebenhütten ansteuern.  Von hier aus sind es laut Wegweiser ca. 30 Minuten Fußweg an der Weissach entlang zum Ausgangspunkt Kreuth Klamm.  Schon 10 Minuten vor Erreichen des Parkplatzes/ Haltestelle Siebenhütten sieht man auf dem Wegweiser, dass auch diese Stelle ein gut geeigneter Ausgangspunkt für Wandertouren in die Tegernseer Berge ist.

Schneller Wetterumschwung am Bodenschneid

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Salamander

Gestern eine Affenhitze bei 40 °C, heute ein plötzlicher Wetterumschwung bei 20° C mit Regen und ein Stochern im Nebel. Dafür sind die Berge bekannt und wir lieben sie. Die Wetterlage kann sich genauso schnell ändern wie bei den Frauen und trotzdem wollen wir nicht ohne sie.

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So stellt sich zu gegebener Zeit die Frage, “bin ich schlecht vorbereitet, zu naiv oder gutgläubig?” Steht man dann plötzlich im Regen, gibt es drei Möglichkeiten: Stehenbleiben, Zurückgehen oder Vorwärtsgehen.

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Der Blick nach hinten

Entscheidet man sich für den letzten Weg, sollte wohl darauf geachtet werden, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Dann ist man zwar etwas länger unterwegs und geht ein gewisses Risiko ein, hat aber auch mehr gesehen und erlebt. Auch wenn die Sicht von oben nicht ganz so gut ist wie gewünscht, bleibt immer noch das Erfolgsgefühl und die Aussicht von unterwegs.

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Gipfelkreuz am Bodenschneid

Der Abstieg muss nach dem Aufstieg zwangsläufig folgen, da zögert man es doch lieber etwas hinaus.

Der Aufstieg zum Bodenschneid beginnt z.B. ab Oberbayernbus (RVO)-Haltestelle Monialm .  Wie auf dem Wegweiser dort zu sehen, sind es ca. 2 1/4 Std.  zum Bodenschneid. Natürlich können von der Haltestelle Monialm aus auch andere attraktive Ziele, wie Risserkogel, Schinder, Vallep usw. erwandert werden, wie ein zweiter Wegweiser vor Ort anzeigt (GPS-Tag). Oben am Bodenschneid angekommen zeigt der Richtungsanzeiger, dass es von nun an ca. 45 Minuten Gehzeit zum Bodenschneidhaus sind.  An der Hütte kann man sich dann am Wegweiser für den Weitermarsch orientieren.

Luftverschmutzung lässt das Gehirn schneller altern

Die New York Times berichtet über die Ergebnisse einer Altersstudie. Demnach  zeigen die Ergebnisse einer Langzeitstudie, dass Luftverschmutzung vorzeitige Hirnalterung zur Folge hat. Bei 1403 Frauen im Alter zwischen 71 und 89 Jahren wurde im Magnetresonanztomographen (MRT) eine Abnahme weißer Gehirnsubstanz (white matter) in Abhängigkeit vom Grad der Luftverschmutzung gemessen.

Jede Erhöhung der Schadstoffbelastung um 3.49 Mikrogramm pro cm3  wird demnach mit der Abnahme von 6.23 cm3 weißer Gehirnsubstanz in Verbindung gebracht. Dies entspreche dem Äquivalent von zwei Jahren Hirnalterung.

Bei der Messung wurden Variablen wie Alter, Rauchen, körperliche Aktivität, Blutdruck, BMI, Bildungsgrad und Einkommen berücksichtigt.

Demnach verursacht Luftverschmutzung nicht nur die nachgewiesene Schäden am vaskulären System bzw. Blut- Kreislauf-System, sondern schädigt auch das Gehirn direkt.

Die Studie von Dr. Jiu-Chiuan Chen, außerordentlicher Professor an der University of Southern California, ist in „The Annals of Neurology“ veröffentlicht.

Hexenjagd in Thale

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Im Harz und vor allem in Thale auf dem Hexentanzplatz sollen des nachts merkwürdige Dinge passieren. Doch vor allem in der letzten Aprilnacht, der Walpurgisnacht, halten die Hexen hier ein großes Fest ab. Schon Goethe hat in seiner Tragödie im Faust vom Hexensabbat berichtet. Von Thale aus sind es ab der Seilbahnstation gerade einmal 2,7 km hinauf, wie auf dem Wegweiser unten zu erkennen.

Am Hexentanzplatz oben angelangt, hat man einen wunderschönen Blick auf Bodetal und Brocken. Wer dem Wegweiser hier folgt, kann  nicht nur das Naturschutzgebiet Bodetal in unmittelbarer Nähe per pedis erkunden.

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Verhextes Bodetal

Eine Erkundung des Harzer-Hexen-Stieg ist eine lohnenswerte Unternehmung. Die Gesamtstrecke von 97 km von Thale in Sachsen-Anhalt bis Osterode in Niedersachsen kann man sich durchaus auf den Merkzettel schreiben. Besonders attraktiv ist die 10 km lange Wanderung über die Roßtrappe durch das Naturschutzgebiet Bodetal zwischen Thale und Treseburg direkt zu Beginn. Von der Seilbahn-Station in Thale sind es laut Wegweiser noch 2,6 km bis zur Roßtrappe.
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Der Weg führt stets die Bode aufwärts entlang, zunächst in Richtung Treseburg.
Der kühle Bach schlängelt sich streckenweise wild durch schroffes Felsgestein. Die Gegend verbreitet dabei ein fast alpines Flair, dass man zunächst hier nicht erwartet.  Zugleich ist dieser Eindruck schwer in Bilder zu fassen.

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Von Treseburg verläuft der Hexenstieg gemäß Wegweiser  weiter ins benachbarte Altenbrak.  Ein benachbarter Hinweis zeigt auch die Distanz nach Hörschel, Beginn oder Ende des Rennsteigs. Wer möchte, kann in Treseburg zuvor den Kilometer zum Aussichtspunkt Weißer Hirsch gehen und dort seinen Harzer Wanderpass abstempeln. In Altenbrak passiert man später die Pension Harzresidenz von Wolfhard Vogel, der an seiner Haustüre auch Wald- und Blütenhonig aus eigener Imkerei verkauft. Unten am Parkplatz in Altenbrak zeigt der Wegweiser  auch die Distanz zur Rappbodentalsperre in Wendefurth. Dies dürfte auch Anlaufpunkt für den ein- oder anderen Adrenalin-Junkie sein. Endlich gibt es dort auch Empfang für Telefon und mobiles Internet. Folgt man dem Wegweiser auf dem Harzer Hexenstieg über die Staumauer an das nördliche Seeufer, findet man oberhalb die westlich gelegene Stempelstelle für die Harzer Wandernadel.

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Der Weg führt weiter, später wieder ein Stück am Ufer entlang, in Richtung Rübeland. Oben auf dem Kuhberg weist der Wegweiser 3,7 km bis Neuwerk bzw. 6,3 km bis Rübeland. Die schöne Route, immer an der Bode entlang, führt später durch das charmante Dörfchen Neuwerk. Hier bezaubert vielleicht die ein oder andere Hexe, an den Hausfassaden wartend, vorbeiziehende Wanderer. An der Bushaltestelle in Neuwerk kann man am Wegweiser ablesen, dass von Thale aus mittlerweile 25,5 km absolviert worden sind. Unmittelbar hinter dem Ort erreicht man nach ca. einem km Kreuztal an der Bundesstraße 27. Entweder man folgt hier laut Wegweiser den 1,6 km nach Rübeland, oder wartet an einer der sich gegenüberliegenden Bushaltestellen “Rübeland ,Neuwerk” auf einen Bus der Harzer Verkehrsbetriebe (HVG). In Wernigerode oder dem 10 km entfernte Blankenburg/ Harz wartet dann ggf. der Zug  auf den Weitertransport.

Doch vorher lohnt sich ein Abstecher zum knapp ein Kilometer oberhalb gelegenen Blauen See im Oberharz  in jedem Fall.

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Doch am besten man geht den Harzer-Hexen-Stieg einfach bis Osterode weiter. Bei der Suche nach einer Unterkunft hilft dabei vielleicht die Seite harzinfo weiter.

Wo ist der Drache?

Eine Wanderung im Siebengebirge bei Bonn sollte das Geheimnis des versteckten Drachens lüften. Vorbei an der Nibelungenhalle hinauf zum Drachenfels hat er sich noch nicht zeigen wollen.

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Der Aufstieg zum Drachenfels ist gemütlich zu bewältigen. Wer möchte kann auch die Drachenfelsbahn von Königswinter aus nehmen. Oben angekommen lädt das Cafe unmittelbar unterhalb der Drachenburg zum Verweilen ein. Sollte der Drache noch immer nicht gesichtet worden sein, so kann man zumindest einen schönen Blick auf das Siebengebirge, Bonn und den Rhein genießen.

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Der gemeine Hausdrache, der sich vielleicht mittlerweile gezeigt hat, sollte nun einigermaßen besänftigt und gestärkt sein, um den Weg zum Ölberg fortsetzen zu können. Doch nach diesem Untier wird ja nicht gesucht. Am Drachenfels eröffnet sich plötzlich die Möglichkeit für Bares Siegfrieds Opfer aus seiner Höhle zu locken. Für 1 € soll der Drache erscheinen und seine Version von Siegfrieds Heldensage erzählen.

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Der Euro ist schnell gezückt, Neugierde und Bildungshunger haben gesiegt. Doch leider bleibt einem die Enttäuschung nicht erspart, der Drache regt sich nicht und schließlich sind wir so schlau wie zuvor. Die Suche geht weiter…

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Der Große Ölberg, höchster Berg mit 460 m hier, ist genauso problemlos zu erklimmen. Da Siegfried aus der germanischen Nibelungensage den Drachen schon getötet hat, wurde er hier leider nicht wieder gesichtet.
Und doch bleibt das Gefühl, der Drache ist ganz in der Nähe und allgegenwärtig.

Buchtipp:

Wandern im Berner Oberland

Jungfrauregion (zum Vergrößern anklicken)
Jungfrauregion

Das Berner Oberland ist ein reizvolles Wandergebiet in der Schweiz. Die 4000er Eiger, Mönch und Jungfrau sind hier allgegenwärtig. Wander- und Bergpfade sind hier gut ausgebaut und erfordern auf den von mir erkundeten Strecken keine alpine Erfahrungen. Man gewinnt schnell den Eindruck dass nahezu jeder Berg in der Umgebung von Interlaken mit einer Seil- oder Bergbahn bequem zu erobern ist. Für den Transport ist maßgeblich die Jungfraubahn verantwortlich. Auf der Webseite findet man kompakt alle Informationen bzgl. Betriebszeiten, Fahrpreise und Ausflugszielen rund um das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Meine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse sind auf diesen Seiten ersichtlich.

Die Anreise gestaltet sich bequem mit dem Fernzug nach Interlaken. Der öffentliche Personennahverkehr ist in der Jungfrau-Region um den Brienzer- und Thuner See sehr gut nutzbar, PostAuto-Bus und Bahnen fahren i.d.R. bis 23 Uhr ab. Wer sich z.B. mit dem Bördelibillet  innerhalb einer Verkehrszone  bewegt, spart zusätzlich. Zu berücksichtigen ist dass das allgemeine Preisniveau in der Schweiz höher als in Deutschland ist. Bei der Verpflegung haben Energy-Cakes für den Aufstieg und im Allgemeinen geholfen. Die 500 kcal-Riegel sind energiereich, platzsparend und lecker zugleich. Man kann hohe Touristenaufschläge jedoch auch umgehen. Die Anfahrt von Städten und Gemeinden ist günstiger als ausschließliche Touristenziele anzufahren.

Für erlebnisreiche Wanderungen in den Bergen braucht es eine gute Vorbereitung. Wanderrouten müssen geplant werden, gerade im Herbst sollte man rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit im Tal oder in der Hütte angekommen sein. Eine gute Übersicht über die Region bietet das Touristen-Informationscenter Interlaken. Hier liegen grobe Gebietskarten zum Teil mit Tourenvorschlägen aus. Die Karten “Wasser- & Wandererlebnisse” und “Wandern” in Interlaken stehen zum Download bereit. Für eine akribische Planung sollte  an einer detaillierten Gebietskarte nicht gespart werden.

Berner Oberland
Berner Oberland (zum Vergrößern anklicken)

Für die perfekte Planung habe ich die Wegweiser mit Zeitangaben an markanten Punkten abfotografiert und in meinen Blogposts verlinkt..

Vielleicht hilft auch die Webseite Wanderplaner.ch.

Ade Berner Oberland

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ICE 296 Interlaken – Berlin am Bhf. Interlaken West

Nach einem angenehmen Aufenthalt und vielen schönen Eindrücken geht zurück in die Heimat.

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Das Bahn-Bonus Programm hat sich für alle gelohnt. Die gesammelten Punkte konnte ich schnell und problemlos nach Erhalt des im Internet beantragten Gutscheins im DB Reise Center einlösen.

Der Urlaub ist vorbei, die Eindrücke bleiben. So werden mich die hier im Berner Oberland Allgegenwärtigen, Eiger, Mönch und Jungfrau, noch lange begleiten.

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Nie mit sich und dem Berg hadern

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Trotz trüben Wetters versuche ich heute mal einen Blick auf den Brienzer See zu werfen. Der Aufstieg beginnt bei der Harderbahn Talstation (Standort auf 6 Uhr in der Lagekarte) in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Interlaken Ost, Camping Interlaken, dem Youth Hostel am Bahnhof bzw. der Backbacker Villa Sonnenhof. Laut Wegweiser habe ich bis zum Harderkulm einen 2 h 20 min. Aufstieg vor mir.
Schon nach wenigen Metern sehe ich wie sich die Aare durch Interlaken in Richtung Thuner See schlängelt.

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Dem Wegweiser bei Bleikiwald folge ich und gehe links hinauf zur Hardermatte. Der beginnende Regen hört auch schon bald wieder auf. Hier sehe ich das es noch ca. 20 Minuten zum Harderkulm sind. Dort angekommen genieße ich einen herrlichen 180° Blick auf Brienzer See, Interlaken und Thuner See. Die Gaststätte nehme ich nicht in Anspruch, schließlich habe ich genügend Proviant dabei. Ich will schließlich weiter nach oben auf den Hardergrad in Richtung Augstmatthorn.

Mittlerweile zeigt sich auch schon die Sonne, die eigentlich für gestern vorausgesagt worden ist. Unterwegs erfreue ich mich an der atemberaubenden Farbenpracht dieser Naturlandschaft. Der blaue Himmel mit den weißen Wolken, das Grün der Fichten, grau-braun der Berge und türkis-blau des Brienzer Sees bilden eine malerische Landschaft ab.

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Das Dreigestirn, bestehend aus Eiger, Mönch und Jungfrau, ist dabei allgegenwärtig. Weiter im Schritt passiere ich die Wegweiser Wanniwald, Roteflue und Ober Horet. Dabei gelange ich später unbeabsichtigt zur Balmhütte des hiesigen Skiklubs. Jetzt bin endgültig vom Goldenen Herbst überzeugt.

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Der Hardergrat führt mich weiter Richtung Augstmatthorn, die Strecke ist nach den letzten Regenfällen lehmig und rutschig. Bei nassem Wetter sollte man ihn wohl besser meiden. Doch ich gehe weiter und tauche in die umherziehenden Wolken ein.

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Eigentlich macht ein weiterer Aufstieg in die Wolkendecke keinen Sinn, denke ich mir – und folge dem Grat trotzdem weiter hinauf. Dabei passiere ich die Wegweiser auf Horetegg und Hardergrat/Tritt. Schließlich befinde ich mich nach einem steilen Aufstieg mitten in den Wolken auf Suggiture. Ich will schon wieder absteigen und auf einmal, wie durch Geisterhand, öffnet sich auf einmal der Himmel.

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Sehr plötzlich wird ein wunderschönes Alpenpanorama mit Brienzer See im Tal und den umgebenden Gletschern am Horizont sichtbar. Immer wieder wabern mir Wolken vor die Linse, doch sie lösen auch schnell wieder in Luft auf.

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Am liebsten will ich auch hier verharren und dem Ausblick genießen. Proviant habe ich auch noch, schließlich soll man immer Reserven schaffen. Und wie gerne würde ich dann noch weiter auf das Augstmatthorn steigen. Ein Blick auf die Uhr bringt bei aller Schönheit die Ernüchterung, schließlich muss ich bei Einbruch der Dämmerung im Tal sein. Ich entscheide mich schweren Herzens für den Abstieg über Niederried. Dort kann ich am Bahnhof mit dem nächsten Zug zurück Richtung Interlaken fahren.
Doch dann versperrt mir plötzlich ein bischen weiter unten jemand den Weg.

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Ich komme näher und denke, der wird schon weggehen. Doch er denkt anscheinend nicht einmal daran. Stattdessen flößt mir dieser kapitale Bock mit seinen großen Hörnern Ehrfurcht ein. Sieht er mich als Rivalen, als Eindringling? Die Steinböcke auf dem Gemmenalphorn waren kleiner, wirkten unbekümmert. Ich versuche einen Bogen um hin zu machen, doch das ist nicht einfach im Gebirge.

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Er guckt mich also an, als sei ich in sein Territorium eingedrungen. In gewisser Weise hat er ja auch recht. Vielleicht fragt er sich auch nur, was für ein seltsames Wesen hier rumläuft. Ich schaffe es an ihm vorbei zu kommen, viel Zeit habe ich ja nicht mehr bis die Dämmerung beginnt. Doch die Erleichterung währt nicht lange, es ist hier oben nicht allein.

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Schon steht der nächste Bock im Weg. Wie die anderen gibt auch er bei meinem Anblick einen Pfiff von sich. Warnt er jetzt mich oder die anderen? Wenn so ein ausgewachsener Bock direkt vor Dir steht, flößt das schon Respekt ein. Ob ich nicht doch besser umkehre? Dafür bleibt keine Zeit. Ich müsste wieder hoch und dann ist die Zeit eh schon knapp.

Doch sie merken wohl dass ich keine Gefahr für sie bin und kehren mir den Rücken.

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So sehe ich auf dem Abstieg auch noch Gemse und schaffe es rechtzeitig zum Einbruch der Dämmerung in den Ort Niederried. Gerne warte ich an diesem idyllisch am Brienzer See gelegenen Bahnhof auf den nächsten Zug. Für CHF 5,20 fahre ich um 18:15 Uhr nach Interlaken. Züge verkehren hier, wie an den meisten anderen Orten, bis 23 Uhr.

Kein Fisch in Thun

Nach all dem Auf- und Ab in den letzten Tagen wollte ich einmal die Perspektive wechseln, nicht nur von oben herab schauen, auch einmal zu den anderen hinauf schauen. Dafür hat sich eine Fahrt nach Thun angeboten. Da man immer zweigleisig unterwegs sein sollte, ging es zunächst mit der Bahn in die benachbarte Stadt Thun.

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Nach einer schönen Zugfahrt dort angelangt, wollte ich die letzte Schifffahrt zurück nach Interlaken nicht verpassen. Man sagt Thuner See und Brienzer See seien so klar und sauber, dass nicht einmal Fische dort schwimmen. Dagegen spricht jedoch die Information des Touristencenters. Auf dessen Informationskarte “Wasser- & Wandererlebnisse” steht u.a. geschrieben, “…dass auf dem Thuner- und Brienzersee je zwei Berufsfischer tätig sind”. Weiter heißt es “…dass das Brienzersee-Wasser so sauber ist, dass es für die gesamte Wasserversorgung auf dem Täggelibock genutzt werden kann.” Dies galt es zunächst für den Thunersee zu überprüfen, so blieb für eine Stadtbesichtigung leider nicht mehr viel Zeit. Doch schnell habe ich gemerkt, hier auf dem Wasser weht ein ganz anderer Wind. Der prognostizierte Sonnenschein blieb leider aus, eben genau der richtige Tag für einen  Perspektivwechsel.

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Es stimmt, das Wasser ist so klar, dass man der Sache jederzeit auf dem Grund gehen kann. Doch leider habe ich es nicht lange aushalten können, die Sicht von unten nach oben. Schnell musste ich wieder ein Gleichgewicht schaffen und wieder ein paar Stufen hinauf klettern. Diesmal aber, so dachte ich mir, mache ich es nicht aus eigener Kraft. Das wäre ja viel zu anstrengend.

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