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Friedliche Systemabwicklung

Heute können wir wieder Zeuge werden, wie  staatlich gesetzte Grenzen durch einen geschlossenen Volksauftritt überwunden werden können.

Diese Chance werde ich mir nicht nehmen lassen, wenn heute die Dreharbeiten zum Fernsehfilm “Bornholmer Str.” an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Marienborn stattfinden.

Nach der Presseerklärung von Günter Schaboski “war der Grenzübergang Bornholmer Straße der erste Grenzübergang in Berlin, an dem um 23.30 Uhr die Passkontrollen eingestellt wurden”.

Nächstes Jahr können wir dann im Ersten aus der Innenperspektive sehen, wie die Nacht des Mauerfalls am 09.Nov. 1989 aus Sicht der Grenzsoldaten vor Ort abgelaufen ist.

Regisseur Schwochow zeigt uns u.a. mit Schauspieler Charly Hübner als NVA-Oberstleutnant, mit Hilfe der Beschreibungen des damals diensthabenden DDR-Offiziers Harald Jäger, den Ablauf der Grenzöffnung 1989.

Als Systemkritiker werde auch ich in dem Film dazu beitragen, ein verkrustetes System mit der Macht des Volkes zu überwinden.

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Sachsen-Anhalt entscheidet – Das Wahlforum

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Heiße Diskussionen sind heute in der Leopoldina in Halle/S zu erwarten. Die Anwesenden Christoph Bergner (CDU), Karamba Diaby (SPD), Cornelia Pieper (FDP), Petra Sitte (Linke) und Steffi Lemke (Bündnis 90, die Grünen) [v.l.n.r.] positionieren sich um 19 Uhr zum politischen Duell.

Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit:

Diaby fordert 8,50€ Mindestlohn zur Kaufkrafterhöhung und gegen Altersarmut, Bergner möchte die Industriepolitik stärken. Frau Lemke setzt auf die Entwicklung grüner Technologien, wie z.B. Biogasanlagen. Frau Pieper betont die derzeit niedrige Arbeitslosenquote und möchte den Motor Deutschland mit seinem starken Wirtschaftswachstum weiter im Takt laufen lassen und nicht abwürgen. Sitte möchte sich in der nächsten Legislaturperiode für die Verzahnung der mittelständischen Wirtschaft mit der Wissenschaft weiter einsetzen. “Existenzminimum ist nicht verhandelbar” und Diaby stimmt ein, Frankreich sei gutes Bsp. dass Mindestlohn gut funktioniere. Frau Pieper plädiert lieber für vernünftiger Arbeitsstrukturen.
Diaby fügt hinzu, “Betreuungsgeld ist gegen Integration, gerecht ist die Streichung”.

MZ – und MDR– Journalisten stellen Fragen der Twitter-Gemeinde (#mzmdrforum). Was haben die Politiker zu der Rentenproblematik zu sagen? Bergner: “Ich bin genauso unsicher wie Frau Merkel”. Das momentane System ist für den konjunkturschwachen Osten seiner Meinung am vorteilhaftesten. Frau Sitte sieht die Zukunft in einem steuerfinanzierten Zuschlagssystem in Kombination mit einem Mindestlohn zur Minderung der Altersarmut und einer Angleichung der Rentenniveau Ost und West.

Weitere Fragen aus der Online-community deuten auf eine allgemeine Angst vor Altersarmut hin.

Frau Lemke setzt sich für 850 € Garantierente bei 30 Jahren geleisteten Beitragszahlungen ein, damit solche Menschen nach lebenslanger Arbeit nicht später zum Sozialamt müssen.

Natürlich wurde auch das Thema Euro-Krise kurz angerissen.

Herr Bergner ist für Bürgschaften in Kooperation mit anderen Staaten. Gemeinsame Schuldenfonds udn Eurobonds lehnt er jedoch ab, weil sie die Bevölkerung nicht unmittelbar in Haft nehmen. Die liberale Frau Pieper sieht die Eurokrise als Chance, “Stabilität brauchen wir, keine Vergemeinschaftlichung der Schulden”.  Frau Sitte zu ihrer Linken redet nicht von einer Staatsschuldenkrise. Sie nennt die gegenwärtige Situation eine Bankenkrise, hervorgerufen durch übermäßige Spekulation. Derzeit existiere eine Vergesellschaftlichung der Schulden und eine Privatisierung der Gewinne. Das Problem sei die hohe Anzahl der “Schattenbanken”. Zum Euro gibt sie in diesem Zusammenhang zu guter Letzt den knappen Kommentar: “Abschaffung des Euro, das juckt doch ne Bank nicht.” Auch Frau Lemke von den Grünen sieht keine Staatsschuldenkrise und klingt mit ein, das Geld sei prioritär in den Bankensektor gegangen: “Banken retten, um Spareinlagen zu retten, ist der falsche Weg.” Frei vagabundierendes Geld in Privatbesitz müsse festgemacht werden. “Wir haben ein Stück an dem Elend anderer Länder verdient.” Die Antwort müsse mehr Solidarität sein. Grundsätzlich stimmt dem auch Herr Diaby von der SPD zu und stärkt die Forderung nach einer europaweiten Transaktionssteuer und mehr europäische Zusammenarbeit. Er fordert dabei bankenfinanzierte Lösungsansätze.

Natürlich musste an solch einem Abend auch die Ernergiefrage gestellt werden und das EEG-Gesetz besprochen werden – Energie zum Diskutieren hatten jedenfalls noch alle Anwesenden.

Natürlich befürworten alle Kohlendioxid-freie Energie, auch wenn dies fernab jeglicher Realität ist. Die teuren Strompreise für Privatkunden sind laut Bergner auf die Subventionen erneuerbarer Energien zurückzuführen. Frau Lemke sieht das gar nicht ein und meint “wenn zuviel Strom im Netz ist, werden die Windräder abgestellt und nicht die Braunkohlekraftwerke. Stattdessen sollen neue Braunkohlekraftwerke gebaut werden.”

Nach 2 Stunden wurde die kontroverse Diskussionsrunde von den Moderatoren beendet, Kultur- und Wissenschaftspolitk kamen zuvor ebenfalls zur Sprache.

Das Erfrischenste dabei mag für den ein oder anderen vielleicht das Willkommensgetränk zur Begrüßung gewesen sein.

 

Die haben wohl ein Rad ab

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Ist das etwa das neue Guido-Mobil in Halle oder hat die FDP umgesattelt und ist jetzt lieber als Leichtgewicht unterwegs? Jede Menge Easy Riders versammeln sich vor dem Wahlkampf-Mobil der selbt ernannten Bürgerrechts- und Freiheitspartei auf dem Hallischen Marktplatz. Sie beobachten, wie düstere Wolken über ihnen herbeiziehen. Man müsste sie fragen wie die von ihnen proklamierten freien Märkte und die Freiheit der Bürger mit unserer Weltfinanzkrise und gegenwärtigen Datenschutz- und Abhörskandalen in Einklang zu bringen sind.

Aber vielleicht sind sie ja desshalb mit dem Motorrad angereist. Da können sie sich schonmal daran gewöhnen, dass ihnen Gegenwind ins Gesicht bläst. Vielleicht war die Regierungsbeteiligung auch Ausdruck zu schnellen Tempos, bei dem es einen auch schnell wieder aus der Bahn werfen kann.

Jetzt arbeit die FDP gerade in Halle mit Vollgas an der nächsten Regierungsbeteiligug. Hoffen wir für sie, das sich die Arbeit lohnt und sie nicht später von der Überholspur auf den Standstreifen wechseln müssen.

Doch es gibt eben auch Wahlkampfthemen, die schnell umgesetzt worden sind. “Die FDP hat ihr generelles Versprechen einfacher, gerechter und niedriger Steuern aus dem Wahljahr 2009 nicht erfüllt – wohl aber die konkrete Ankündigung, Hoteliers zu entlasten.” (DIE ZEIT, 29.08.13, S.21)

Abschlussbericht Wanderurlaub Tegernseer Tal

Anreise und Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zum Tegernseer Tal.

Wer preisgünstig verreisen will, dem bietet der Fernbus eine gute Alternative zur Deutschen Bahn. Auf der Seite Busliniensuche.de kann man sich die gewünschte Verbindung für die Reise suchen. Trotz Bahncard 25 in Kombination mit Sparangeboten kann die Bahn mit MeinFernbus.de nicht konkurrieren. Dies gilt nicht nur für den Preis, auch der Service auf Achse ist durchaus vergleichbar. Günstige Snacks und Getränke (fair gehandelter Kaffee, 0,5 l. Softdrinks, Wasser und Apfelschorle für 1,50 €) an Bord, kostenlose Nutzung des W-Lans und Steckdosen sind inklusive. Toiletten sind vorhanden, auch wenn bei längeren Fahrten eine ca. halbstündige Pause an der Autobahnraststätte gemacht wird. Der Fahrplan wurde bei Hin- und Rückfahrt eingehalten, Stau auf der Autobahn war jedoch keiner. Ein kleiner Zeitpuffer für eventuelle Anschlüsse kann also nicht schaden.

Für knapp 6 €  kann man also von Halle/S. auf der Schiene nach Leipzig Hbf  gelangen, um dort am ZOB in Bahnhofsnähe für 18 € in den Fernbus mit Stopp in Nürnberg nach München zu steigen. Am ZOB München besteht die Möglichkeit, an der gegenüber liegenden S-Bahn Station Hackerbrücke eine Station zum Hbf zu fahren, oder man geht einfach ca. 10 Minuten zu Fuß. Natürlich kann man auch im Biergarten gegenüber erstmal mit einem bayerischen Bier auf den anstehenden Urlaub anstoßen.

MeinFernbus-ZOB-Muenchen

München – Tegernsee

Mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) kann man nun für ca. 10 € zum Ort Tegernsee fahren, sollte aber unterwegs (in Holzkirchen) aufpassen bei der Umkoppelung des Zuges im richtigen Abteil zu sitzen.

Wer mit dem Zelt ins Tegernseer Tal will nimmt besser in München Hbf den Oberbayernbus der Linie 9551 und steigt nach 1,5 Std. in Rottach-Egern am Wallberg Campingplatz, Haltestelle Riedsäge, aus. Hier handelt es sich um einen wunderschön zwischen Tegernsee und Alpenausläufern gelegenen Campingplatz, bei dem man auch ohne Duschmarken so lange heiß duschen kann, wie es beliebt. Der Blick auf den Wallberg ist ebenfalls garantiert.

oberbayernbus

Um den Tegernsee – rund herum

Vom   Campingplatz aus kann mit dem Bus in jede Richtung fahren, um zu den anliegenden Gemeinden oder Ausgangspunkt einer Bergwanderung zu gelangen. Die Ringlinie 9559 fährt um den Tegernsee herum, hält an den Bahnhöfen Gmund und Tegernsee. Zahlreiche Busverbindungen schaut man sich am besten auf der Webseite des Regionalverkehrs Oberbayern, Region Tegernsee, an.

Vom Wallberg Camping aus fahren die meisten Busse von der Station Weißach Bücke in Rottach-Egern ab, die man gemütlich in 20 Minuten zu Fuß erreicht. Plant man keine Übernachtung in den Bergen, sollte man sich rechtzeitig los machen und auf die Abfahrtszeiten der Busse an den entlegenen Stationen, vor allem an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, achten. Oder man plant seine Touren so, dass man abends in Bad Wiessee oder Tegernsee ankommt. Die Haltestellen dort werden auch zu später Stunde angefahren.

Beliebter Ausgangspunkt für Tagestouren ist der Parkplatz bzw. die Haltestelle Wildbad Kreuth, wo die CSU ihre Klausurtagungen abhält. Schafft man es am Ende einer Tour bis hierhin zurück, stehen die Chancen gut, von anderen Wanderern mit dem Auto auf der B 307 zurück in die Zivilisation mitgenommen zu werden.

Entlang der Bundesstraße 307 von Rottach-Egern am Tegernsee in südliche Richtung über Kreuth gibt es zahlreiche Parkplätze und Bushaltestellen, um die umgebenden Berghütten und Gipfel an der Grenze zu Österreich stürmen zu können.

Ein ebenfalls wunderschönes Gebiet südöstlich von Rottach-Egern am Tegernsee erreicht man mit dem Auto oder Buslinie 9560 über Enterrottach. Vorbei an der Moni Alm kreuzt die Fahrstraße die Via Alpina, um über Valepp zum Spitzingsee zu gelangen. Und wer nicht campen möchte, kann natürlich in der Jugendherberge Kreuth oder einer der zahlreichen Gasthäuser oder (Luxus-) Hotels übernachten. Nicht umsonst haben zahlreiche Prominente ihre Residenz am Tegernsee.

Sonnenuntergang

Tipp: Was wäre ein Besuch am Tegernsee ohne die Visite im Tegernseer Bräustuberl?! Neben Bier und Brezn sollte man unbedingt das Almbauernbrot der Bäckerei Tremmel in der Südlichen Hauptstraße 26 in Rottach-Egern probieren, wenn man es gern würzig mag.

Marienplatz München

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Der Zwischenstopp in München auf dem Heimweg nach Halle/S  wird für eine Stadtbesichtigung genutzt. Ich muss meinem Sitznachbar im Bus wohl recht geben, die wahrscheinlich schönste Metropole in Deutschland.

Für 40 Cent in der Stadtinformation am Marienplatz einen handlichen Stadtplan geschnappt und die Zeit in München für eine Sightseeing-Tour genutzt:

Um den Zwischenstopp in München zu nutzen haben wir den Reiseplan für einen 5-stündigen Aufenthalt in der bayerischen Landeshauptstadt ausgelegt – und es hat sich gelohnt. Mit einem Stadtplan in der Hand haben wir vom Hbf aus die Peripherie des Stadtzentrums angesteuert, später den Kreis von Nord nach Süd zurück langsam enger gezogen.

Durch den Alten Botanischen Garten am Justizpalast Richtung Wittelsbacher Brunnen ging es durch den Maximiliansplatz. Ein kurzer Linksschwenk führt in der Brienner Str. durch das Herz Bayerns. Vorbei an der Bayerischen Landesband, diversen Landes- und Bankverbänden, der Börse, Notaren und Kanzleien wurde der Karolinenplatz überquert, um einen künstlerisch- architektonischen Augenschmaus zu erleben. An der Glyptothek haben wir uns rückseitig wieder Richtung Osten orientiert, um zwischen Alter und Neuer Pinakothek  und St. Ludwig zum Englischen Garten zu gelangen. Fasziniert von der anmutenden Schönheit dieses Parks waren auch wir dazu geneigt, uns an diesem schönen Sonnentag zu den anderen Besuchern an das Ufer des Eisbachs und dort hinein zu begeben, der an verschiedenen Stellen den Englischen Garten durchfließt. Doch es galt noch viel zu entdecken und auch ein Fernbus wartet nicht auf verspätete Passagiere. Hinter dem Biergarten am Chinesischen Turm haben wir schließlich den Park verlassen und über die Max-Joseph Brücke die Isar überquert. Auch am Ufer der grün schimmernden Isar sieht man viele Leute baden und möchte sich eigentlich auch hier gerne dazu legen. Über den Kabelsteg schlendert man förmlich durch die Isar und beneidet rechts und links die Badegäste am Ufer um dieses saubere, kühle Nass. So ein schönes Ambiente mitten in der Stadt. An der Ludwigsbrücke konnten wir uns am Isartor vorbei wieder zum inneren Zirkel zählen. Der Viktualienmarkt ist am Sonntag leider nicht so belebt, dafür aber umso mehr der Marienplatz mit seinen Straßenkünstlern. Vorbei am Neuen Rathaus und der Frauenkirche (Dom Zu Unserer Lieben Frau) haben wir einen Blick in die Jesuitenkirche St. Michael geworfen, um hinter dem Karlsplatz wieder am Justizpalast vorbei zum Hbf. zu gelangen. Dabei haben wir gemerkt, München ist durchaus eine Besichtung wert.