Auf Wiedersehen Ecohostel

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Die Zeit in Santiago vergeht leider zu  schnell, heute möchte ich weiter, Richtung Süden… Das Ecohostel hat mir gut gefallen, alles blitzeblank sauber, schoen ruhig, heisses Wasser, nettes Personal, Kochgelegenheit sogar mit Backofen, Internet und computador. Nach einer langen Anreise ist etwas weniger Trubel sicher nicht verkehrt. Die Internetverbindung im Hostel ist zwar etwas instabil, dafuer ist die Sitzecke mit TV um den Router herum neben den patios draussen ein weiterer Meltingpoint. Im Obergeschoss ist es wahrscheinlich noch ruhiger, doch in einem Hostel gehen nunmal oefters Leute ein- und aus. An dieser Stelle auch nochmal Danke an Rob, Camilla und Gabriela fuer die freundliche Bewirtung.

Am Morgen gegen 07 Uhr stehe ich auf, fruestuecke und packe meine Sachen. Dem bolivianischen Paar um die 50 wuensche ich weiterhin noch viel Erfolg bei ihrer Arbeitssuche. Amanda und Gabriel muessen heute zurueck nach Hause in Rio de Janeiro, ihr Urlaub ist nun vorbei. Gemeinsam gehen wir noch zur naechstgelegenen Metro-Station Universitat Catolica, um zum Busterminal an der Metro-Station Universidad de Santiago zu fahren. Nach 30 Minuten sind wir dort vom Ecohostel aus angelangt. Das U-Bahn-Ticket, dass ich mir dafuer gestern gekauft hatte, ist heute morgen jedoch nicht gueltig. Zu den Stosszeiten gelten in der Haupststadt andere Tarife, es ist natuerlich ein wenig teuer. Am Busterminal nocheinmal kurz verabschiedet und unsere Wege trennen sich.

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Verabschiedung mit Amanda und Gabriel am Busterminal

Die Fahrt mit Turbus von Santiago nach Villarica kostet mich wieder 15.000 Pesos, dafuer bin ich aber 10 Stunden unterwegs. Die Preise schwanken, abhaengig von Komfort, Uhrzeit und Datum. Die Abreise vom Terminal verspaetet jedoch sich um 45 Minuten. Ueber  Lautsprecher wird hin und wieder etwas von “cambio de anden” gefaselt, also Wechsel des Bussteigs. Alles verstehe ich nicht. In der Naehe befindet sich jedoch zum Glueck ein Ansprechpartner. Er kann mich beruhigen. Mich betrifft der Wechsel also nicht. Waehrend ich auf den Bus warte, komme ich mit Antonato ins Gespraech. Der jubilario aus der Naehe von Los Angeles war zum Medizincheck in Santiago und faehrt nun mit dem gleichen Bus zurueck nach Hause. Spaeter stellt sich zufaellig heraus, dass wir im Bus nebeneinander sitzen. Es entwickelt sich weiter ein interessantes Gespraech ueber dies und das.  Auf dem TV-Bildschirm laeft zur selben Zeit eine Annonce der Busgesellschaft: “En cada viaje una nueva historia para contar”.   Spaeter werden Filme gezeigt. Ich stecke irgendwann meine Kopfhoehre in die Stecker fuer Radio und Videoton, hoeren kann ich jedoch nichts. Zum Glueck haben die Filme spanische Untertitel. Ich entscheide mich, lieber aus dem Fenster zu gucken. Ein Auto faehrt an uns vorbei. Am Heck lese ich eine Aufschrift:

Solo Dio sabe me destino.

Wir fahren auf der Autobahn zwischen nicht allzu hohen Bergen rechts und links immer geradeaus. Unterwegs steigen an kleineren Haltepunkten hin und wieder “fliegende Haendler” ein, um ihre Kost feilzubieten. Spaeter wird eine Karte mit Bestellungen herumgereicht. Irgendwann haelt der Bus an einer Art Imbiss und die Bestellungen werden von ein paar netten und fotoscheuen Damen gegen die Pesos eingetauscht. Die Fahrt geht immer weiter, nach jedem neuen Einstieg fragt der Beifahrer nach den Personaldaten und Kontaktnummern fuer den Notfall. Die Dokumente werden anschliessend an verschiedenen Stellen den Behoerden uebergeben. Kurz danach folgt meist eine neue Mautstelle fuer die Benutzung der Autobahn. Wer so lange unterwegs ist, muss vielleicht auch mal eine gewisse Oertlichkeit im Bus aufsuchen, die Haltezeiten in den einzelnen Staedten sind nicht allzu lang. Zum Schluss bemerke ich, dass nirgendwo im Buss das Wasser an den Waschbecken nicht funktioniert. Ein Problem mit den Leitungen, wie mir einer der Fahrer versichert. Weiter suedlich wird die Landschaft gruener, hier gibt es anscheinend mehr Wasser. Gegen halb Acht Uhr steigt Antonato aus, kurz nachdem wir Colonia passiert haben.  Um 20:15 Uhr fahren wir an Quepe vorbei, bis Puerto Montt sind es von hier noch 330 km. Die Fahrt geht weiter, der Beifahrer kontrolliert nach Abfahrt, ob auch alle da sind. Irgendwann kommt die Abfahrt nach Villarica, ein Beamter der Fiscalizacion steigt ein. Er ueberprueft den Bus, schaut sich auch das WC an und hebt schliesslich den Daumen. Wir koennen weiterfahren. Gegen 20:45 Uhr sehe ich auf der Landstrasse im roten Abendlicht die erste schneebedeckte Bergkuppe, wohl einer der vielen Vulkane hier. Die Dunkelheit setzt ein und der angelblich wunderschoene Blick auf die Vulkane in der Gegend bleibt mir zunaechst verborgen. Kurz nach 21 Uhr fahren wir dann in das Busterminal in Villarica ein, es folgt die Suche nach meiner Herberge. Ich komme an einer kleinen Touristeninformation vorbei, die sogar noch geoeffnet hat. Ich komme einen Stadtplan ausgehaendigt.

Um 22:00 Ortszeit habe ich mein Ziel erreicht.

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angekommen